Liebe Mitchristinnen und Mitchristen in Schellenberg!
Immer wieder fällt mir der Gedanke ein, den ich einmal gehört habe bezüglich der menschlichen Vollkommenheit. Sie sei wohl nicht ein endgültiger Zustand der Abgeschlossenheit, sondern für uns (bescheiden und menschlich) "die Summe unserer Anfänge".
Nun, am Beginn der Fastenzeit laden uns die Worte des Propheten Joel, Kapitel 2, Vers 12a, ein, umzukehren. Also, an zu fangen, alte ausgetretene Wege zu verlassen und Neues und Ungewohntes zu wagen.
Es ist die Einladung, sich dem zuzuwenden, was unser Leben herausholt aus Erstarren, Abgestorbenen, was uns wieder in die Mitte bringt. Damit Neues Raum haben kann, muss Altes weichen.
Zeichen eines solchen Neu-Anfangs waren seit dem 10. Jahrhundert bereits die Austeilung von Asche innerhalb des Gottesdienstes am Beginn der Fastenzeit. Zunächst für diejenigen, die sich zu Ostern taufen lassen wollten und in weiterer Folge dann auch für alle, die sich wieder bewusst hinwenden wollten zur christlichen Lebenspraxis und zur Gemeinschaft der Glaubenden.
Die Asche, also Zeichen für Neu-Beginn und Ausdruck von Solidarität mit jenen, die ebenso ernsthaft Christus in ihrem Leben Raum geben wollen. – Wie es bei der Aschenausteilung heisst: "Bekehre dich und glaube an das Evangelium."
Sich bekehren und glauben lässt die Würde als Christ, als Christin bewusst werden, und lässt mich wieder neu dem wirklichen Leben zuwenden.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen wieder einmal einen neuen Anfang für Ihren Glauben und die Erfahrung seiner Kraft und seines Friedens in ihrem Herzen.
Möge Gott Ihren Anfang – Ihre Anfänge – mit seinem Segen begleiten.
P. Johannes Reiter
Den aktuellen Gruss von Pater Johannes finden Sie zusätzlich auch im unten stehenden PDF.